Pressemitteilung | 12. Juli 2016 

Die Inventarbücher des Römisch-Germanischen Zentralmuseums sind ab sofort online zugänglich

Mainz. Transparenz durch unmittelbaren Einblick in die Museumsarbeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) erhält die interessierte Öffentlichkeit über eine Datenbank auf der eigenen Webseite des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung ist der Onlinezugang zu den seit Mitte des 19. Jahrhunderts geführten und nahezu vollständig erhaltenen Inventarbüchern gesichert.

In zwei Kategorien gegliedert bilden die Inventarbücher des RGZM die Basis für die museale Arbeit des seit 1852 existierenden Forschungsinstituts: Zur Verfügung stehen sowohl die Inventarbücher der Originale, als auch der im Museumsbesitz befindlichen Kopien zum „online-durchblättern“. „Unsere Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen, ist nicht nur ein wichtiger Teil unserer Arbeit, sondern ein strategischer Schritt, um die Archäologie und die Bedeutung unseres kulturellen Erbes allen Menschen, egal welchen Alters und welcher Herkunft zugänglich zu machen. Hierzu gehört auch die Maßnahme, unsere Publikationen aus dem hauseigenen Verlag über Open Access zur Verfügung zu stellen. In den kommenden Jahren werden wir auf verschiedensten Ebenen diese Strategie weiterverfolgen“, so die Direktorin für Sammlungen Dr. Alexandra Busch.

Zum gegenwärtigen Stand verzeichnen die Inventarbücher Informationen rund 85.000 Kopien und Originale und geben den unmittelbaren Einblick in die mehr als 160-jährige Arbeit des RGZM und seiner Sammlungsstrategie. Diese richtete sich seit Beginn auf eine umfassende Dokumentation antiker Funde der Alten Welt aus. Neben Beschreibungen der Objekte und ihrer Herkunft enthalten die Inventarbücher Angaben zu eigens angefertigten Fotografien sowie oftmals detaillierte Zeichnungen oder Aquarelle der Sammlungsobjekte. „Dass unser Institut seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Objekte akribisch und nahezu lückenlos dokumentiert hat und wir das gesamte Inventar online zugänglich machen, stellt eine Besonderheit in der Museumslandschaft dar“, so Dr. Ute Klatt, Leiterin des RGZM-Bildarchivs, und ergänzt, „dies ist alles andere als selbstverständlich, werden die kostbaren alten Bände mit Handzeichnungen und Aquarellen, die zum Teil sogar mit Goldauflagen verziert sind, doch üblicherweise aus konservatorischen Gründen im dunklen Tresor gelagert.“

Links:

Die Inventarbücher des RGZM online

Presseinformationen

Ebru Esmen M.A. (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit RGZM)
Tel.: +49 (0) 6131/9124-165  |  Mail: esmen@rgzm.de

Projektleitung und wissenschaftlicher Kontakt:

Dr. Ute Klatt
Tel.: +49 (0) 6131 / 2866-327 |  Mail: klatt@rgzm.de

 

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.