Pressemitteilung | 7. März 2018 

Die gemeinsame Broschüre der acht Museen "Erlebnis Museum"; Foto: S.Steidl/RGZM.


Pressemitteilung (PDF)

Broschüre "Erlebnis Museum" (PDF)


Hand in Hand für eine starke Wissensvermittlung

Mainz. Am 7. März stellten die Mainzer Museumspädagoginnen und Pädagogen ihr neu erschienenes Info-Broschüre für Kinder- und Schulgruppen vor. Neu mit dabei sind das Freilichtmuseum Bad Sobernheim und das Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim. Gemeinsam treten sie für eine bessere Museumsvermittlung ein – sei es Kunst, Archäologie, Naturkunde oder Geschichte. Denn Bildung macht stark. Bildung hat Integrationskraft und Bildung vereint sämtliche Bevölkerungsschichten.

„Zusammen erreichen wir mehr“! Diesem Motto folgen die Pädagoginnen und Pädagogen der Mainzer Museen in ihrer Kooperation schon seit einigen Jahren. Und mittlerweile reicht die Zusammenarbeit sogar über die Mainzer Stadtgrenzen hinaus: Mit dem Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum in Bad Sobernheim und dem Museum bei der Kaiserpfalz in Ingelheim haben sich nun zwei attraktive Einrichtungen dem Verbund angeschlossen. Er will die vielfältigen fachlichen Kompetenzen bündeln und dem Publikum das außergewöhnlich reiche Spektrum der kulturellen und wissenschaftlichen Bildung in und um Mainz öffnen. Ein starkes Stück Museumskultur, die für alle spannend ist.

Rund 436.000 Besucherinnen und Besucher waren 2017 zu Gast in den neun beteiligten Museen. Darunter alleine rund 1550 Kinder- und Jugendgruppen. Mit einer neuen, kostenlosen Broschüre, die sich an diese Zielgruppe richtet, haben die Pädagoginnen und Pädagogen nun eine Drucksorte veröffentlicht, die den Zugang zu ihren Vermittlungsformaten weiter erleichtern soll.

In der gemeinsamen Pressekonferenz ist der Verbund und die Zukunftsperspektiven ihrer Arbeit vorgestellt worden:  

"Zusammen erreichen wir mehr" | Statements aus der Museumspädagogik 


Birgit Kita M.A, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum, Mainz        

"Wir im Dommuseum sind stolz, dass wir unsere Kunstschätze in Räumen präsentieren können, die ihrer Entstehungszeit entsprechen. Bei uns soll Lernen Spaß machen - für Groß und Klein. Die Zusammenarbeit mit den anderen Häusern ist mir wichtig, da ein Ganzes mehr ist, als die Summe seiner Teile und wir zusammen ein unglaublich facettenreiches Spektrum bieten, das sich gegenseitig ergänzt und befruchtet und damit letztlich begeistert. "

Susanne von Hübschmann und Kurt-Martin Friedrich, Gutenberg-Museum / Druckladen, Mainz 

"Gutenbergs Erfindungen an alle Altersgruppen zu vermitteln ist unser großes Anliegen. Wir sind ein lebendiges Museum, in dem Gutenbergs Erbe bis heute weiterlebt und für jeden praktisch erfahrbar ist. Gemeinsam mit den anderen Museen der Region bilden wir ein umfassendes Portfolio an Angeboten und Möglichkeiten, in denen sich jeder wiederfinden kann."

Dr. Annette Emde -Kunsthalle Mainz (Fotografin, Kunsthistorikerin)

"Die Kunsthalle Mainz besitzt im Gegensatz zu den anderen Museen keine ständige Sammlung, sondern ist mit ihren monografischen und themenbezogenen Ausstellungen ein sich ständig wandelnder Ort des Austauschs, ein lebendiger Spiegel gegenwärtiger künstlerischer Tendenzen, nicht Archiv. Zeitgenössische Kunst greift aktuelle Themen auf und eröffnet durch ihre ästhetische Aufbereitung andere Reflexionsräume. Dieses gesellschaftliche Potential zu vermitteln ist das Anliegen unserer Kunstpädagogik, da es einen zweiten, differenzierteren Blick auf die Welt ermöglicht. Ziel dabei ist es, alle Besucher einzubeziehen. Jedem soll es möglich sein, diese Erfahrung mit zeitgenössischer Kunst machen zu dürfen.

Die gemeinsamen Interessen überwiegen in unserer Runde den Konkurrenzkampf um die bessere Öffentlichkeitsarbeit, die attraktiveren Angebote oder die höheren Besucherzahlen. All diese Punkte sind uns wichtig, stehen aber untergeordnet dem Ziel, uns durch unseren Austausch gegenseitig zu stärken. Es geht uns darum, unsere Stärken zu zeigen, alle gemeinsam und jeder für sich."

Ellen Löchner, Landesmuseum Mainz  

"Im Landesmuseum Mainz sorgen wir durch partizipative und besucherorientierte Formate dafür, dass die Besucher Verbindungen zwischen unseren Exponaten und ihrer Lebenswelt finden. „Mein Museum“ ist das Motto unserer Arbeit, und damit meinen wir sowohl die Mitarbeiter als auch die Besucher."

Dr. Ingeborg Domes, Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim

„Das Auge schläft, bis es der Geist einer Frage weckt“. Arabisches Sprichwort (Reggio-Pädagogik).„Sehen, Hören, Selbermachen“ stehen im Museum bei der Kaiserpfalz im Mittelpunkt des Bildungsprogrammes, das sich an Jung und Alt gleichermaßen richtet. Dabei blicken wir gerne im Austausch mit unseren Partnermuseen über den Tellerrand.“

Martina Kracht, Naturhistorisches Museum Mainz

„Die Zusammenarbeit des Verbundes ist wichtig, da wir das gesamte Spektrum der kulturellen und wissenschaftlichen Bildung im Mainz abbilden. Mit unseren Stärken sind wir gemeinsam ein starkes Stück Museumsarbeit, das für alle spannend ist. Wir begeistern durch Vielfältigkeit und verstehen uns nicht als Konkurrenz sondern als ein tolles Team, das sich gemeinsam berät, weiterhilft, und die Museumspädagogik in Mainz weiterentwickelt."

Dr. Antje-Kluge-Pinsker, Museum für Antike Schiffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 

„Uns Museumspädagoginnen und Museumspädagogen in den Museen verbindet die Aufgabe, nicht immer einfache Themen für unser Publikum zu erschließen. Wir sind die Pfadfinder zu möglichst vielen Menschen, mit denen wir darüber ins Gespräch kommen wollen. Und wir arbeiten gemeinsam daran, dass es noch mehr werden. Unsere Erfahrungen mit den Museumsbesucherinnen und -besuchern sind die Basis dafür, Ideen für wirksame Formate zu entwickeln. In unserer Zusammenarbeit stärken wir diese Basis.

Die Museen, in denen wir arbeiten, vertreten ganz unterschiedliche Sparten und schaffen eine wirklich bemerkenswerte Museumslandschaft in Mainz und Umgebung. Dementsprechend breit angelegt ist auch die fachliche Orientierung der Museumspädagoginnen und Museumspädagogen an den verschiedenen Häusern. Unsere Qualifikationen in verschiedenen Bereichen der Pädagogik, in Kunst, Kunstgeschichte, Archäologie, Restaurierung und Naturwissenschaften sind Ressourcen, die wir in unserer Zusammenarbeit zum Tragen bringen. Wir können dabei viel voneinander lernen.“

Monika Ebers, Rheinland-Pfälzisches Freilichtmuseum in Bad Sobernheim  

"Unsere facettenreiche Kooperation zeigt vielfältige Möglichkeiten kultureller Teilhabe. Das so Entstehende macht (hoffentlich) neugierig."


Die beteiligten Pädagoginnen gehören folgenden Einrichtungen an:

  • dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum, Mainz,
  • dem Gutenberg Museum und Druckladen, Mainz,
  • der Kunsthalle Mainz,
  • dem Landesmuseum Mainz,
  • dem Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim,
  • dem Naturhistorische Museum Mainz,
  • dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) mit seinem Museum für Antike Schiffahrt, Mainz,
  • sowie der Stiftung Rheinland-Pfälzisches Freilichtmuseum, Bad Sobernheim.