Pressemitteilung | 30. Januar 2017 

Blick auf den Zeustempel/Olympia; Foto: H. Baitinger/ RGZM.

Blick auf den Heratempel/Olympia; Foto: H. Baitinger/ RGZM.

Blick auf den Zeustempel/Olympia; Foto: H. Baitinger/ RGZM.


Pressemittelung (PDF)


Sammeln, Clustern und Auswerten in Olympia: DFG bewilligt RGZM und DAI Forschungsprojekt

Mainz/ Berlin. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt dreijähriges Kooperationsprojekt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) mit der Abteilung Athen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) zu Weihgaben im Zeusheiligtum von Olympia. Das Projekt startete am 1. Januar 2017.

Um die Entwicklung der Weihgaben im panhellenischen Zeusheiligtum von Olympia (Griechenland) zu analysieren, bewilligte die DFG das dreijährige Projekt. Unter konsequenter Nutzung archäologisch-kulturwissenschaftlicher und statistischer Methoden soll zum ersten Mal ein Gesamtüberblick über die Geschichte der Weihepraktiken in Olympia erarbeitet werden: Die Wissenschaftler/-innen erhoffen sich detaillierte Erkenntnisse über die Weihgaben und über Herkunft sowie Intention der damaligen Stifter. „Die riesige Menge der in Olympia ausgegrabenen Weihgaben ermöglicht es, diese und andere Forschungsansätze auf einer sehr breiten Quellenbasis zu verfolgen. Wir werden einen substantiellen Beitrag zur Geschichte dieses bedeutenden griechischen Heiligtums in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. leisten“, so Dr. Raimon Graells i Fabregat (RGZM), wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Forschungsprojekt.

Seit 1875 werden seitens des DAI Ausgrabungen im antiken Austragungsort der Olympischen Spiele durchgeführt. PD Dr. Reinhard Senff (DAI), zweiter Direktor der Abteilung Athen, und RGZM-Archäologe PD Dr. Holger Baitinger leiten das Projekt. Baitinger betont: „Die zusammenfassende Auswertung der Weihgaben über ein halbes Jahrtausend hinweg wird unser Bild auf die Zeit verändern, in der Olympia zum bedeutendsten Heiligtum der griechischen Welt aufgestiegen ist. Umso mehr freuen wir uns, dass wir die seit mehreren Jahren bestehende enge Kooperation mit der Olympiagrabung des DAI mit Unterstützung durch die DFG intensivieren können.“

Die Abteilung „Wissenschaftliche IT“ des RGZM wird in das Projekt involviert sein und im Laufe der Untersuchungen der Forschungsgruppe beratend zur Seite stehen. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit dem IT-Referat des DAI, die schon existierende Datenbank der Olympiagrabung des DAI in den nächsten Jahren weiter auszubauen und auf statistische Auswertungstools zurückgreifen zu können. Die Abteilung „Wissenschaftliche IT“ ist für den digitalen Optimierungsprozess der Aufarbeitung, Sammlung und Auswertung zuständig. Auch statistische Untersuchungen und wissenschaftliche Kategorisierung obliegen der forschungsbasierten IT, dessen Kernaufgabe es ist, strategische Weiterentwicklung digitaler Forschungsmethoden sowie Beratung und Entwicklung von Forschungsdatenbanken und Forschungstools zu koordinieren und weiterzuentwickeln.

Weiterführende Links:

Projektseite „Olympia – Diachrone Entwicklung der Votivgaben vom 10. bis 5. Jahrhundert v. Chr.“ (RGZM)

Projektseite „Olympia“ (DAI) 

Pressekontakt RGZM

Ebru Esmen M.A. (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit RGZM)
Tel.: +49 (0) 6131/9124-165  |  Mail: esmen(at)rgzm.de

Projektleitung und wissenschaftlicher Kontakt RGZM:

Dr. Holger Baitinger
Tel.: +49 (0) 6131 / 9124-164|  Mail: baitinger(at)rgzm.de

 

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.

Deutsches Archäologisches Institut (DAI)

Das Deutsche Archäologische Institut ist eine der größten archäologischen Forschungseinrichtung weltweit und gehört als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes. Das aus dem 1829 in Rom gegründeten »Instituto di corrispondenza archeologica« hervorgegangene Institut hat heute seinen Hauptsitz in Berlin und ist an 20 Standorten und in fast 300 internationalen Projekten mit Kooperationspartnern präsent: im Mittelmeerraum, in den Ländern Eurasiens, in Asien, Afrika und in Südamerika.

Das Institut führt Grundlagenforschungen auf dem Gebiet der Archäologie und ihrer Nachbar-wissenschaften durch. Die internationalen Tätigkeiten dienen aber nicht nur wissenschaftlichen Interessen oder dem Ansehen der deutschen Forschung, sondern insbesondere der Erschließung des kulturellen Erbes anderer Länder und tragen damit zu einem nicht unerheblichen Teil zum Dialog und Austausch im Rahmen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik der Bundesrepublik Deutschland bei.