Neues aus der Forschung 

Die neue Generaldirektorin Univ.-Prof. Dr. Alexandra Busch vor der Ahnengalerie der vergangenen Generaldirektoren des RGZM seit Gründung 1852.



Alexandra W. Busch wird neue Generaldirektorin am RGZM

Mit einer Feierstunde am Samstag, den 3. November 2018 wurde Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch offiziell die Leitung des Leibniz-Forschungsinstituts und -museums für Archäologie übertragen. Schon seit 2014 setzt sie sich als Forschungsdirektorin am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) dafür ein, dass 1852 gegründete Haus mit neuen Formaten in Forschung und Vermittlung voran zu bringen. Die Institutsleitung ist verbunden mit einer Professur für Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Die 1975 in Neuss geborene Archäologin ist stolz, mit dem RGZM eine der bedeutendsten außeruniversitären Forschungseinrichtungen für Archäologie in Deutschland zu leiten: „Der heutige Tag ist für mich der wichtigste Tag in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Ich freue mich darauf, ein für die Archäologie so wichtiges Haus zu übernehmen und gemeinsam mit meinen kompetenten Kolleginnen und Kollegen die uns bevorstehenden vielfältigen Herausforderungen zu meistern“, sagte die neue Generaldirektorin, die sich schon vorher maßgeblich an der strategischen Neuausrichtung des RGZM beteiligt hatte.

Offizielle Antrittsveranstaltung am 3. November 2018

Für den 3. November 2018 luden das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und das RGZM gemeinsam zur offiziellen Antrittsveranstaltung um 17 Uhr ein. Grußworte sprachen Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Kulturdezernentin Marianne Grosse, Universitätspräsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch sowie Leibniz-Präsident Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner.

Minister Wolf zeigte sich am Rande der Veranstaltung erfreut: „Mit Frau Busch konnten wir eine kompetente Wissenschaftlerin gewinnen, die zugleich aus ihrer bisherigen Tätigkeit als Direktorin am RGZM über detaillierte Kenntnisse dieses einzigartigen Forschungsmuseums verfügt. Frau Busch übernimmt mit der Leitung des zweitgrößten archäologischen Forschungsinstituts in Deutschland zugleich die verantwortungsvolle Aufgabe, das Institut auf den Umzug in das neue Hauptgebäude vorzubereiten und damit eine neue Ära in der langen Geschichte des RGZM einzuleiten. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur wird das Institut weiterhin mit aller Kraft auf diesem Wege begleiten und unterstützen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Umrahmt wurde der Festakt durch einen Familientag mit buntem Programm im Museum für Antike Schiffahrt, von 11 bis 16 Uhr, sowie durch eine Feier im Anschluss an die Reden mit Wein, Fingerfood und Musik ab 18 Uhr.

Der Neubau: „Ein Quantensprung für das RGZM“

Wenngleich es bis zum Einzug in den Neubau und bis zur Eröffnung der neuen Ausstellungen noch viel zu tun gibt, freut sich Frau Prof. Dr. Busch schon auf den Umzug: „Mit den großzügigen neuen Flächen für Dauer- und Sonderausstellungen sowie Räumlichkeiten für Bildung und Vermittlung bietet der Neubau dem RGZM die einmalige Chance, sein neues Gesamtkonzept einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und sich damit national wie auch international neu zu positionieren.“ Der Neubau bedeute für sie aber nicht nur einen Quantensprung für die museale Präsentation am Mainzer Standort, sondern auch für die Forschung und die Forschungsinfrastruktur: „Wir erhalten dringend nötige Räumlichkeiten für Forschung, Lehre und die Umsetzung von Drittmittelprojekten, Raum für insgesamt 80 Leseplätze in unserer Bibliothek, die als eine der umfangreichsten Spezialbibliotheken für die archäologischen Wissenschaften und ihre Nachbardisziplinen nun auch zum internationalen Studienzentrum weiterentwickelt werden kann. Hinzu kommen Tagungsräume für den wissenschaftlichen Austausch und Veranstaltungen mit der Öffentlichkeit, zeitgemäß ausgestattete Labore und Werkstätten für Restaurierung und Konservierung sowie naturwissenschaftliche Archäologie und nicht zuletzt klimatisierte Magazine für unsere Sammlungen und Archive und deren Studium“, so die neue Generaldirektorin.

Zur Person

Alexandra W. Busch studierte Archäologie der römischen Provinzen, Alte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt und der Universität zu Köln, wo sie 2004 promovierte. Bevor sie 2014 ans RGZM kam, leitete sie die Fotothek der größten Auslandsabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Zuvor arbeitete sie zunächst als Volontärin, dann als wissenschaftliche Referentin am LVR-Archäologischen Park Xanten an der Konzeption und Realisierung des LVR-Römermuseums.

Neben langjährigen Feldforschungen in Italien leitet Busch derzeit ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Leibniz-Förderlinie Kooperative Exzellenz, das Forschungsinstitute aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet miteinander vernetzt und danach fragt, was Menschen widerstandsfähig macht. Sie ist außerdem maßgeblich an einem 2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligten Projekt beteiligt, in dessen Rahmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des RGZM und des i3mainz der Hochschule Mainz mit der 3D-Digitalisierung und automatisierten Analyse einer Objektgattung aus den Sammlungen des RGZM befasst.

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Derzeit richtet das RGZM seine Forschung neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.