Eckfragment einer Decke (Foto: RGZM / V. Iserhardt)

Tunikafragment mit eingewirktem Gemmenkreuz (Foto: RGZM / V. Iserhardt)

Tunikafragment mit Imitation von Seidenbesätzen (Foto: RGZM / V. Iserhardt)

Tunikaärmel mit Schlingen gefüttert (Foto: RGZM / V. Iserhardt)



Die frühbyzantinischen Textilien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

In der Archäologie gehören Textilien zu den fragilsten und seltenen Materialien. Textilien aus frühbyzantinischer Zeit haben sich fast ausschließlich im trockenen Klima Ägyptens erhalten, wo ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. die Verstorbenen in ihrer Kleidung beigesetzt und mit Einrichtungstextilien ausgestattet wurden. Diese Funde sind unsere ergiebigste Quelle zur Erforschung der Herstellungstechniken und des Gebrauchs von Textilien im frühen Byzanz.

Das RGZM besitzt eine umfangreiche Sammlung von 210 frühbyzantinischen Textilien, die in den Jahren 2011-12 wissenschaftlich bearbeitet wurden. Schwerpunktmäßig wurden die  Herstellungstechniken der Textilien untersucht, auf deren Basis das ursprüngliche Aussehen und die Funktion der in der Regel nur fragmentarisch erhaltenen Stücke oftmals bestimmt werden können. Dementsprechend konnten im Bestand des RGZM zahlreiche Kleidungsstücke wie Tuniken und Kopfbedeckungen, Einrichtungstextilien wie Decken, Polsterstoffe und Vorhänge, sowie Gebrauchstextilien wie Netze und Matten dokumentiert und eingeordnet werden. Für ausgewählte Stücke wurden Radiokarbon-Datierungen und Farbstoffanalysen durchgeführt.