öffentlicher Vortrag 

Ausschnitt aus dem Vortragsposter (Grafik: RGZM).

Vortragsposter (Grafik: RGZM).


02.03.2020, 18:15

Museum für Antike Schifffahrt des RGZM
Neutorstraße 2b
55116 Mainz

Poster (PDF)


Resilienz – Ein Grundbegriff für die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung?

+++ FÄLLT LEIDER AUS +++ Neuer Termin wird wird bekanntgegeben. Unter Bezug auf den Begriff der „Resilienz“ haben sich in den letzten Jahren ebenso vielfältige wie unterschiedliche interdisziplinäre Forschungsperspektiven entwickelt. Gemeinsam scheint den verschiedenartigen Resilienzverständnissen und -modellen lediglich die Bestimmung von Resilienz mit Hilfe von negativen Gegenbegriffen wie Krankheit, Stress oder Bedrohung auf der einen Seite und der positiv konnotierte Bezug auf Gesundheit, Stärkung oder Bewältigung auf der anderen Seite. Der Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Martin Endreß (Universität Trier) erörtert vor diesem Hintergrund die Frage, ob und inwiefern der Begriff „Resilienz“ jenseits seiner ursprünglichen wie aktuell dominanten Verwendung in sozial- und humanökologischen, psychologischen, pädagogischen und gesundheitswissenschaftlichen Anwendungs- und Forschungszusammenhängen das Potential hat, auch für die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften eine Forschungsperspektive zu eröffnen.

Welche Herausforderungen stellen sich für diese Disziplinen, wenn sie Fragen von Bewältigungs- bzw. (Für-)Sorgepraktiken oder des Umgangs mit disruptiven Erlebnissen (Schicksalsschlägen, Glücksmomenten) auf Gruppen und/oder Gesellschaften anwenden wollen? Inwiefern lassen sich Fragen nach Ressourcen (Potentialen), Restriktionen (Dispositionen) und Rationalitäten (Strategien) des Handelns von individuellen auf kollektive Handlungsebenen verlagern und welche Konsequenzen hat eine solche Verlagerung für den Begriff der Resilienz und seine analytische Rahmung?

Zudem begründet die Einsicht, dass das, was wissenschaftlich (oder professionell beruflich) Beobachtende jeweils als „Resilienz“ bezeichnen oder unter diesem Begriff „beobachten“ seinerseits wiederum abhängig ist vom Wissensstand des oder der Beobachtenden, die Notwendigkeit eines ebenso offenen wie kritisch reflektierten Begriffsverständnisses. Was dies für die Verwendung und Weiterentwicklung von Resilienz als potentiellem Grundbegriff der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung bedeutet, gilt es – zumal die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in besonderer Weise auch noch auf die Geschichtlichkeit ihrer Forschungsgegenstände verwiesen sind – im Vortrag zu eruieren.

Der Vortrag erfolgt im Rahmen eines Fellowships auf Einladung der Leibniz-Kooperative Exzellenz „Resilienzfaktoren in diachroner und interkultureller Perspektive“.

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