Bodenmosaik aus der Kapelle des Priesters Johannes in Khirbet al-Mukhayyat (Jordanien). (Foto: nach H. Buschhausen (Hrsg.), Byzantinische Mosaiken aus Jordanien (Wien 1986) 213 Kat.-Nr. 1.)



Sakrale Zonen im frühen Kirchenbau des Nahen Ostens: Zum Kommunikationspotential von Bodenmosaiken für die Schaffung heiliger Räume

Von September 2007 bis August 2008 wurde die von Sebastian Watta in Angriff genommene Doktorarbeit zu sakralen Zonen im frühen Kirchenbau des Nahen Ostens als Promotionsprojekt gefördert. Behandelt wird die Frage nach einer Hierarchisierung im Baugefüge von Kirchenbauten besonders des 5./6. Jahrhunderts in Syrien, Jordanien, Palästina und dem Libanon. Der Sakralitätscharakter früher Kirchenbauten war und ist immer wieder Ausgangspunkt der Auseinandersetzung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen gewesen. Im Rahmen des Projekts soll im Hinblick auf eine Annäherung an diese Thematik aus archäologischer Sicht die Frage gestellt werden, ob die Erbauer oder Stifter einer solchen Sakralarchitektur diese als heiligen Raum empfanden und ob sich hierbei eine Staffelung in der Wertigkeit von Raumteilen anhand der in diesen Bauten vorhandenen Bodenmosaiken festmachen lässt.

Grundlage für eine solche Auseinandersetzung bilden die publizierten archäologischen Dokumentationen zu den Mosaikfußböden in ihren einzelnen Phasen, die mit der architektonischen Rekonstruktion des Kirchenbaus und mit den Befunden im Hinblick auf seine liturgischen Einbauten in Verbindung gesetzt werden. Neben der Frage nach der Geschlossenheit der Konzeption der Bodenmosaiken in den einzelnen Teilbereichen der Kirche und nach der ikonografischen Deutung ihrer Bildinhalte sind auch die häufig auftretenden Mosaikinschriften in die Untersuchung mit einzubeziehen. Ihre Anbringung im Baugefüge und die damit verbundenen Rückschlüsse auf ihre Adressaten, ihr Charakter als Stifterinschrift oder erklärende Erläuterung des Dargestellten erlauben Rückschlüsse auf die Nutzung und Wertigkeit einzelner Räumlichkeiten. Die Aufschlüsselung der archäologischen Befunde zu den Denkmälern soll dann in einem weiteren Schritt den uns aus dem Gebiet des Nahen Ostens erhaltenen spätantiken und frühmittelalterlichen Schriftquellen, wie Liturgie- und Kirchenordnungen, hagiographischen Texten und Pilgerberichten, gegenübergestellt werden.

Das Projekt wird seit dem Wintersemester 2008/09 am Lehrstuhl für Christliche Archäologie und Kunstgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg weiter verfolgt.

Förderung:

September 2007 - August 2008