Festung von Sougdaïa (Foto: S. Bulgakova)



Sougdaïa unter der Herrschaft der Türken-Seldschuken Aspekte islamisch-christlichen Kulturkontaktes im nördlichen Schwarzmeerraum

Das Projekt untersucht Aspekte des kulturellen Kontaktes und Austausches zwischen islamischer und christlicher Zivilisation auf der südöstlichen Krim. Im Mittelpunkt der Forschung steht Sougdaïa (heute Sudak/Autonome Republik Krim, Ukraine) – die im 3. Jahrhundert nach Christus gegründete Hafensiedlung an der südöstlichen Krimküste. Seit ihrer Gründung stießen in Sougdaïa wie in der ganzen Region unterschiedliche Kulturen aufeinander. Neben der autochthonen Bevölkerung hinterließen die Byzantiner, Chazaren, Petschenegen, Kumanen, Russen, Armenier, Seldschuken, Tataren und schließlich Venezianer und Genuesen ihre Spuren in Geschichte und materieller Kultur der Hafenstadt. Dabei blieb Sougdaïa stets ein Zentrum griechisch-christlicher Kultur auf der Krim.

Im Laufe des 13. Jahrhunderts stand Sougdaïa zweimal unter seldschukischer Herrschaft. Diese Periode in der Siedlungsgeschichte erscheint als eine Zeit des unmittelbaren Kulturkontakts zwischen der christlichen und der islamischen Welt auf der Krim. Dieser manifestiert sich insbesondere in einem starken Einfluss der seldschukischen künstlerischen Tradition in Architektur und Kunstgewerbe auf der ganzen Halbinsel. Letztlich führt er zur Entstehung eines eigenartigen synthetischen Kunststils, der Elemente islamischer und christlicher Kultur vereint.

Förderung:

2010 - 2011