Julian von Toledo


20.11.2020, 18:00

Die Veranstaltung findet online über Microsoft Teams statt.
Interessierte Teilnehmer können sich per E-Mail bei Petra Plecker (pplecker(at)uni-mainz.de) anmelden.

The event takes place online via Microsoft Teams.
Please register for participation by email to Petra Plecker (pplecker(at)uni-mainz.de).


Gibt es eine spezifisch westgotische Theologie? Annäherungen ausgehend vom Wirken des Bischofs Julian von Toledo (ca. 642–690)

Ein Vortrag von Dr. Stefan Papst (Bonn).

Das Westgotenreich hat alle Arten von Dingen hervorgebracht, die in der Forschung schon seit langem behandelt werden. Es gibt westgotische Literatur und westgotische Architektur, westgotische Gesetzgebung und westgotische Liturgie. Oft dient das Adjektiv westgotisch dabei nicht nur als „eine chronologische Etikette“ (J. Fontaine), sondern es schließt ganz spezifische – je nach Gegenstand durchaus verschiedene – Merkmale mit ein. In diesem Sinne fragt der Vortrag, ob es auch eine „westgotische Theologie“ gibt.

Ausgangspunkt dafür ist Bischof Julian von Toledo (ca. 642–690). Die Bandbreite dieses letzten großen westgotischen Theologen ist beachtlich und reicht von Geschichtsschreibung im Stile des Sallust über Grammatik und antijüdische Polemik bis hin zur Eschatologie und einem offenen Konflikt mit Rom in christologischen Fragen. Ausgehend von diesem reichhaltigen Wirken entwickelt der Vortrag ein theologische Profil Julians. Zugleich klärt er im fortlaufenden Bezug zu Julians westgotischen Vorgängern, ob das Adjektiv „westgotisch“ bei der Rede von der Theologie nur der Chronologie dient oder ob es ebenfalls weitere Spezifika einschließt.