Projektvorstellung 

µ-Röntgen-Computertomographie des Griffs eines frühmittelalterlichen Langschwerts (Spatha). Dreidimensionale Darstellung der drei holzanatomischen Schnittebenen des Buchenholzfragments (Foto: J.Stelzner, LAD).



CuTAWAY - Konservierungs- und Materialanalyse von archäologischem Holz

In der gemäßigten Klimazone bewahren sich archäologische Holzfunde unter Sauerstoffabschluss über Jahrtausende. Trocknen die Artefakte nach ihrer Bergung, zerfallen sie innerhalb weniger Stunden. Konservatorische Maßnahmen sind Voraussetzung für den Erhalt des Fundmaterials. Fragen zur Wirkungsweise der Verfahren, zum Langzeiterhalt und ob die Konservierungsmittel eine zerstörungsfreie Analyse der Holzstruktur zulassen sind bisher nicht ausreichend geklärt. Dies soll das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projektes nun ändern.

Aufgrund der Werkstoffeigenschaften und der Verfügbarkeit zählt Holz zu den am häufigsten verarbeiteten Materialien der Vorzeit. Bedauerlicherweise ist das organische Material in den meisten Fällen vergangen. Wo es erhalten ist, spielt das Material Holz eine Schlüsselrolle in der archäologischen Forschung. Neben kulturellen, technischen und funktionalen Aspekten der Herstellung und Nutzung enthält Holz auch Informationen zur vergangenen Umwelt. Hierzu gehören die Spektren der genutzten Holzarten ebenso wie die Jahresringe oder anatomische Anomalien. Vor allem die Jahrringanalyse kann vielfältige Informationen zu Umwelt- Landschafts- und Klimageschichte beisteuern, vorausgesetzt, dass genügend Jahrringe im Holz vorhanden sind.

Außerordentliche Bedeutung der erhaltenen Hölzer

Daher kommt der Bewahrung der Funde, die sich vor allem unter Feuchtbodenbedingungen erhalten, eine außerordentliche Bedeutung zu. Eine Vielzahl von Methoden und Konservierungsmitteln finden Einsatz bei der Erhaltung archäologischer Nasshölzer. Innerhalb eines von der KUR Stiftung (Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder) geförderten Projektes wurden ausgewählte Konservierungsmethoden im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz (RGZM) an ca. 800 Probehölzern vergleichend angewendet.

Diese wissenschaftliche Referenzdatensammlung soll im Rahmen des Forschungsprojekts Cutaway weiter ausgewertet werden, wobei sich die Untersuchungen auf die Überprüfung des Konservierungsergebnisses (Vermeidung von Schrumpfung, Kollaps und Rissen) fokussieren. Zudem wird die Auswirkung der Konservierungsverfahren auf die Holzstruktur (Anatomie und Messbarkeit für Dendrochronologie) dokumentiert.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Projektseite www.rgzm.de/cutaway.