Pressemitteilung | 30.Oktober 2018 

Die Archäotöpferin Anna Axtmann bei einer Unterrichtseinheit zur antiken Gefäßherstellung; Foto: F. Schimmer/RGZM.



Forschungstransfer RGZM: Internationaler Studierendenworkshop in Italien

Vom 22. bis 26. Oktober 2018 beteiligte sich das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM), Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, an einem internationalen Studierendenworkshop zur archäologischen Keramikforschung im Archäologischen Nationalmuseum in Aquileia (Italien). Studierende erhielten einen Überblick über die wichtigsten römischen Keramikgattungen sowie über die Handels- und Kulturgeschichte des Adriaraums mit seinen europäischen und außereuropäischen Bezügen von späthellenistischer Zeit bis ins Frühmittelalter. Aquileia war in der Antike Standort bedeutender Töpfereien und einer der wichtigsten Warenumschlagplätze und Handelszentren im gesamten Römischen Reich.

Das Team des RGZM war ein Teil des internationalen Dozentenkollegiums aus Italien, Deutschland, Österreich, Spanien, Kroatien und Slowenien. „Die Studierenden konnten im Zuge der „Sommer School“ nicht nur persönliche Kontakte knüpfen, sondern erhielten zudem Einblicke in aktuelle und internationale Forschungen“, so der Archäologe Dr. Florian Schimmer (RGZM). Er betonte, dass das RGZM als Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft und Partner der Universitäten ein besonderes Interesse daran habe, einen Beitrag zur internationalen Vernetzung und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu leisten, der über den Rahmen der Regelstudienpläne hinaus gehe.

Kooperationspartner der „Summer School of Archaeology“ waren die Universitäten Verona und Innsbruck. Die Veranstaltung wurde organisiert von Dr. Diana Dobreva (Universität Verona), Dr. Martin Auer (Universität Innsbruck) und Dr. Florian Schimmer (RGZM).

Theorie und Praxis zu laufenden Forschungsarbeiten in der experimentellen Keramikarchäologie

Neben Vorträgen zu den Methoden der Keramikanalyse, den Handelswegen, stand auch die Technologie der Keramikherstellung im Fokus. Anna Axtmann, die Archäotöpferin des Labors für Experimentelle Archäologie (LEA/RGZM), führte in praktischen Unterrichtseinheiten in die technikgeschichtlichen Grundlagen ein. Dabei brachte sie Erkenntnisse und Erfahrungen aus der laufenden Forschungsarbeit zur experimentellen Keramikarchäologie am Labor ein.

An der Nordküste der Adria, nahe der heutigen italienisch-slowenischen Grenze, kamen Waren von den Küsten des gesamten Mittelmeerraumes zusammen und gelangten über die antike Metropole bis in die nördlichen Provinzen des Römischen Reiches. Wichtigster archäologischer Indikator des Waren- und Kulturtransfers ist die Keramik, die in den Museen der Region archiviert ist. 

Wissenschaft im Vulkanpark  

Durch seine besondere Quellenlage bietet der Vulkanpark beste Voraussetzungen zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit frühen Industrielandschaften. Aufgrund der internationalen Bedeutung der Vulkanpark-Denkmäler haben der Landkreis Mayen-Koblenz und das RGZM am Standort Mayen eine Forschungsstelle Vulkanpark eingerichtet. Dort sind die Kompetenzbereiche »Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte« sowie »Experimentelle Archäologie« des RGZM zu Hause, in denen Wissenschaftler/-Innen aus den Bereichen Archäologie und Geowissenschaften arbeiten. Ihre Studien zu vormodernen Industrierevieren sind ein wesentlicher Bestandteil des Forschungsfeldes »Wirtschaft und Technik« am RGZM.


Römisch-Germanisches Zentralmuseum | Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie 

Das RGZM ist ein international tätiges Forschungsinstitut und Museum für Archäologie mit drei Standorten in Rheinland-Pfalz (Mainz, Mayen, Neuwied). Seit Gründung im Jahre 1852 widmet es sich dem materiellen Erbe der Menschheit vom Pleistozän bis zum Mittelalter mit dem Ziel, menschliches Verhalten, Handeln und Denken sowie Entwicklung und Transformation von Gesellschaften zu verstehen. Die Konzentration von verschiedensten Expertisen (Archäologie, Naturwissenschaften, Restaurierung und IT) innerhalb des Instituts ermöglicht es, menschliche Hinterlassenschaften aus unterschiedlichen Perspektiven über einen Zeitraum von 2,6 Millionen Jahren zu untersuchen. Als eines von acht Leibniz-Forschungsmuseen vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Wissenschaftswelt und die breite Öffentlichkeit. Hierzu dienen Dauer- und Sonderausstellungen, Publikationen sowie diverse Veranstaltungen. Der hauseigene Verlag gibt drei Fachzeitschriften und zahlreiche wissenschaftliche Monografien heraus.

 

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