Neues aus der Forschung 

Studenten, die Mitglieder des Forschungsteams waren, hatten die Möglichkeit - unter Anleitung - erste Erfahrungen bei der Führung eines Brennfeuers zu sammeln.

Während des Brandes entstehende Risse können schnell wieder zugeschmiert werden oder schließen sich nach der Abkühlung des Ofens wieder. - Mit der Abdeckung vor dem Feuerungsraum drosselt man die Sauerstoffzufuhr, damit die Hitze im Ofen bleibt und nicht sofort mit dem Flammenzug abgeführt wird.

Für den Brand der Mayener Exportware der Zeit um 500 n. Chr. war keine stationäre Ofenkuppel notwendig. Eine temporäre Abdeckung konnte etwa durch große Tonscherben aus der Abfallhalde einer Töpferei gebildet werden. Für den Versuch wurden gepresste Keramikschalen als Ersatz eingesetzt. Die Auswirkungen auf die brennphysikalischen Vorgänge sind entsprechend.

Eine durchgehende Flamme vom Feuerungsraum, durch den Brennraum und durch die Abdeckung – der sogenannte „Fuchs“ - entsteht, wenn die Gefäße langsam beginnen zu glühen und Rußauflagerungen auf den Gefäßoberflächen beginnen zu verbrennen.



Keramikbrand am Mayener Grubenfeld: Ergebnisse des Experiments

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Labors für Experimentelle Archäologie (LEA) brannten am 10. Oktober Keramik in einem rekonstruierten Ofen der Mayener Großtöpfereien aus der Zeit um 500 nach Christus. Das Ergebnis: Die Produktion größerer Gefäße war möglich, wurde wohl aber absichtlich unterlassen.

Die Mayener Töpfereien produzierten im großen Stil Koch- und Küchenkeramik für private Haushalte für den Export. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil war dabei die Widerstandsfähigkeit ihrer Waren gegenüber rasch wechselnden Temperaturunterschieden.

Die Qualität der Mayener Tone hätte durchaus auch eine Erweiterung der Produktpalette erlaubt: etwa die Herstellung großer Vorrats- und Speichergefäße nach denen u.a. in Handel und Gewerbe großer Bedarf bestand.

Der aktuelle Brennversuch hat gezeigt, dass man großvolumige Gefäße von bis zu 50 kg Gewicht trotz der höheren Traglasten für die Stützkonstruktion im Inneren in den Öfen brennen konnte. Durch wenige Modifikationen in der Ofenkonstruktion hätte man auch in größeren Stückzahlen produzieren können. Es liegt der Schluss nahe, dass die Mayener Töpfer bewusst bei einer Produktpalette blieben, bei der Qualitätsmerkmale ihrer Rohstoffe und Handwerkskunst am erfolgversprechendsten auf dem Markt präsentiert werden konnte. Dafür sprechen auch andere Indizien für bewusste Produktentscheidungen.

Links

Mehr zur experimentellen Keramikarchäologie in Mayen finden Sie im aktuellen Fachartikel hier.

Website des Labors für Experimentelle Archäologie

Website des Kompetenzbereichs »Experimentelle Archäologie«