Preisträger steht fest 

Der amerikanische Entwicklungspsychologe Michael Tomasello ist vierter Preisträger des HUMAN ROOTS AWARD. Dieser wird jährlich für herausragende Forschungsleistungen verliehen, die zum Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution beitragen. Credits: MPI EVA



MONREPOS ehrt Entwicklungs-psychologen Michael Tomasello mit internationalem Forschungspreis

Am 18. November wird der HUMAN ROOTS AWARD zum vierten Mal vom Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS, einer Einrichtung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM), Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, verliehen. Diesjähriger Preisträger ist der ehemalige Co-Direktor am Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie, Prof. Dr. Michael Tomasello, der nun an der Duke Universität in North Carolina Vergleichende Psychologie und Entwicklungspsychologie lehrt. Die MONREPOS-Jury begründet die Wahl Tomasellos mit den herausragenden Leistungen des Preisträgers für das Verständnis der sozialen Kognition des Menschen. Tomasello ist Autor zahlreicher Fachartikel und populärwissenschaftlicher Bücher.

Menschen sozialisieren sich anders als andere Primaten, so eine zentrale Aussage von Tomasellos Forschungsarbeiten. Das liegt an grundlegenden Besonderheiten der menschlichen sozialen Kognition, die komplexe Formen des sozialen Lernens, der Kommunikation und Kooperation ermöglicht. Zusammengenommen entsteht so die kumulative Kultur des Menschen, in die wir „unbemerkt“ hineinwachsen und sie zugleich weiter verändern. Die Arbeiten Tomasellos erhellen damit nicht nur Fragen zur Entwicklungspsychologie des Menschen, sondern stellen diese Erkenntnisse auch vergleichend dem Verständnis der Kognition nicht-menschlicher Primaten gegenüber.

Der HUMAN ROOTS AWARD ehrt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen für ihre Beiträge zum Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution. Der Preis wird seit 2017 von MONREPOS ausgelobt und versteht sich mittlerweile als »kleiner Nobel-Preis« der Archäologie und der Verhaltensevolution des Menschen, erklärt Professorin Sabine Gaudzinski-Windheuser, Leiterin von MONREPOS. Der internationale Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und steht für die Förderung des interdisziplinären wissenschaftlichen Dialogs. Er bemüht sich um einen Brückenschlag zwischen der »Archäologie der Menschwerdung« und anderen Wissenschaften, um die archäologische Sichtweise auf die »Menschwerdung« mit der humanistischen Agenda des »Menschseins« zu verknüpfen. Denn nur so lässt sich das »Menschbleiben« für unsere Zukunft nachhaltig gestalten, wie die siebenköpfige von Wissenschaftlern besetzte Preisjury betont.

Nach dem Tod von Irenäus Eibl-Eibesfeldt, einem der Gründerväter der Humanethologie und Schirmherr des ersten HUMAN ROOTS AWARD, obliegt seit 2018 dem Oxforder Evolutionsbiologen Richard Dawkins die Schirmherrschaft. Dawkins war erster Preisträger im Jahr 2017; 2018 wurden Steven Pinker von der Harvard Universität (USA) und 2019 der Oxforder Evolutionspsychologe Robin Dunbar mit dem HUMAN ROOTS AWARD geehrt. Pandemie-bedingt wurde die Verleihung des Preises in den letzten beiden Jahren ausgesetzt. Mit der vierten Preisverleihung wird nun wieder an dieser Tradition angeknüpft.