• Visualisierungen: Architekten Bernhardt+Partner

Der Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

In Mainz entsteht am südlichen Abschluss der Altstadt zwischen ehemaliger Neutorstraße und Rheinstraße ein Neubau für das RGZM. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zum Ausgrabungsort Römisches Theater und zum Museum für Antike Schiffahrt, das ein weiterer Standort des RGZM ist. Die derzeitige Unterbringung des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie wird den Anforderungen an ein modernes Forschungsmuseum nicht mehr gerecht, daher bietet der Neubau neben Ausstellungsflächen und Veranstaltungsräumen Platz für moderne Forschungslabore, Werkstätten, Depots und Büros sowie größere Räumlichkeiten einer wissenschaftliche Bibliothek. 

 

Ein "Archäologischer Platz" in der südlichen Altstadt  

Mit einem neuen "Archäologischen Platz" wird ein Forum geschaffen, über das man die Haupteingänge der beiden Flügel des RGZM erreicht. Im Inneren empfängt die Besucher ein großzügiges Foyer, das durch alle Obergeschosse bis unter das teilweise verglaste Dach reicht. Der Gebäudeflügel des Neubaus mit vier Vollgeschossen und einem Untergeschoss folgt der Form eines annähernd rechtwinkligen Dreiecks. Diese Raumfigur ergibt sich aus dem Kontext des Stadtgrundrisses. Die rückwärtige Fassade dieses Hauptgebäudes bildet auf der Nordostseite zur Rheinstraße hin eine Raumkante von 95 Metern Länge. Im Südosten treffen der Instituts- und der Ausstellungsflügel rechtwinklig aufeinander und definieren zwischen sich die neu enstehende Platzfläche. Die Fassade des Neubaus wird überwiegend aus einer Verkleidung mit Ziegelsteinen bestehen, die sich am historischen Vorbild römischer Bauten und an der Farbgebung des umgebenden Gebäudeensemble orientiert. Die Ziegelsteine haben ein langes, schmales Format und werden mit breiten Lagerfugen vermauert. Ein spezielles Herstellungsverfahren verleiht ihnen eine rauhe Oberfläche. Es werden vier verschiedene Farbtöne eingesetzt.    

Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft  

Das RGZM wird mit seinen Forschungseinrichtungen, der umfangreichen Bibliothek, den Restaurierungswerkstätten und der neuen rund 3000 m² großen Dauerausstellung insgesamt rund 14 500 m² Nutzfläche einnehmen. Dazu gehören ein Sonderausstellungsbereich von etwa 500 m², ein Vortragssaal, ein Forum sowie die Räume für die Wissenschaftspädagogik und der Platz vor dem Gebäude. Sie werden für die Präsentation aktueller Forschungsergebnisse und für den Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft zur Verfügung stehen.

Bedeutende Denkmäler der römischen Topographie in der unmittelbaren Nachbarschaft geben dem Neubau einen eindrucksvollen Rahmen: die Ruinen des römischen Bühnentheaters – eines der größten seiner Art nördlich der Alpen – und der Drususstein als Überrest des Kenotaphs des römischen kaiserlichen Feldherren und Prinzen Drusus.