Auf dem Weg 



Name beschlossen: Zukünftig heißt der Platz vor dem Neubau "Ludwig-Lindenschmit-Forum"

Der neue Platz in der südlichen Altstadt wird zukünftig das großzügige Entree zum Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) bilden. In der Stadtratssitzung am 9. Februar wurde einstimmig beschlossen, dass das Areal „Ludwig-Lindenschmit-Forum“ heißen soll.

Für Generaldirektorin Alexandra W. Busch stellt der Platzname einen idealen Bezug zur Geschichte des Hauses dar: "Es freut mich außerordentlich, dass das zukünftige "Ludwig-Lindenschmit-Forum" dem neuen Standort unseres Instituts eine besonders schöne und geschichtsträchtige Adresse geben wird. Ludwig Lindenschmit war 1852 Initiator und Gründungsdirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. Ihm verdanken wir z.B. den Aufbau unserer einzigartige Studiensammlung, die damals schon überregionale Bedeutung hatte. 170 Jahre nach seiner Gründung steht das RGZM nun mit dem geplanten Umzug an der Schwelle eines neuen Zeitalters. Zukünftig werden wir in einem tollen neuen Gebäude, konzentriert und vernetzt, Wissenschaft, Forschung und Museen vereinen. Der große, einladende Platz erschließt dann einen neuen urbanen Raum und macht mit dem Namen "Ludwig-Lindenschmit-Forum" einen hochangesehenen Mainzer Gelehrten und Pionier der frühen archäologischen Forschung sichtbar. Darüber sind wir sehr glücklich."

Ein urbaner Raum für Bürger:innen und Wissenschaft

Noch in diesem Jahr wird das RGZM, nach 170 Jahren, den gegenwärtigen Standort im Kurfürstlichen Schloss verlassen. Das neue Gebäude bietet, neben großzügigen Ausstellungsflächen und Veranstaltungsräumen, Platz für moderne Forschungslabore, Werkstätten, Depots und Büros sowie für die umfangreiche wissenschaftlichen Fachbibliothek. Das neue Ludwig-Lindenschmit-Forum bildet den Zugang zum Haupteingang des Neubaus, und wird von der ehemaligen Neutorschule und dem Museum für Antike Schifffahrt flankiert.

Ludwig Lindenschmit – Archäologe und Gründungsvater des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

Das Mainzer Multitalent und Sproß einer Künstlerfamilie Ludwig Lindenschmit, auch Ludwig Lindenschmit der Ältere genannt, wurde am 4. September 1809 geboren und war Maler, Kunsterzieher und leidenschaftlicher Altertumsforscher. Als Entwurfsverfasser des Gutenbergdenkmals am Gutenbergplatz ist er vielen Mainzer Bürgerinnen und Bürgern heute noch ein Begriff. Der erste Schritt zur Gründung des RGZM war 1844, als Lindenschmit Mitgründer und erster Konservator des „Mainzer Altertumsvereins“ wurde. So wurde er schon 1852 zum Initiator und Gründungsdirektor des RGZM. Er sammelte und archivierte Funde aus ganz Europa, die im Kurfürstlichen Schloss in Mainz aufbewahrt werden sollten und legte damit den Grundstein zu der heutigen Sammlung des RGZM. Erst nach der Reichsgründung bekam Lindenschmit ab 1872 finanzielle Unterstützung aus Berlin, sodass er sich voll und ganz der Arbeit und der Weiterentwicklung des Museums widmen konnte. Trotz anfänglich großer finanzieller Schwierigkeiten ist es Lindenschmit gelungen, das damalige Mainzer Museum zu einem deutschlandweit beachteten Forschungsinstitut aufzubauen. Er leitete das RGZM bis zu seinem Tod am 14. Februar 1893 und bleibt als Gründungsvater des RGZM, renommierter Prähistoriker und Pionier der Archäologie in Erinnerung.

Weiterführende Links:

  • Publikation: A. Frey (Hrsg.), Ludwig Lindenschmit d.Ä.. Begleitbuch zur Ausstellung aus Anlass seines 200. Geburtstages (Mainz 2009), erhältlich für 7,- € im Museum für Antike Schifffahrt und bei unserem Vertriebspartner Schnell und Steiner.
  • Sammlung des RGZM
  • Geschichte des RGZM