Amphoren aus der römischen Siedlung von Langweid an der via Claudia Augusta
  

In den Jahren 2009–2010 wurde in Langweid, ca. 15 km nördlich von Augsburg, eine römische Siedlung der frühen Kaiserzeit an der via Claudia Augusta, der wichtigsten Verkehrsverbindung von Italien über die Zentralalpen an die Donau, in Teilen archäologisch untersucht. Hierbei konnte ein umfangreiches Fundspektrum geborgen werden, darunter ein für die frühkaiserzeitliche Provinz Raetien außergewöhnlicher Bestand an mediterranen Transportamphoren.
Ziel des Forschungsvorhabens ist die Bearbeitung dieses Amphorenbestands im Rahmen der Auswertung der Grabungsergebnisse durch B. Steidl (Archäologische Staatssammlung München). Neben überregionalen handelsgeschichtlichen Aspekten, unter anderem im Hinblick auf die besondere geographische Position Raetiens am Schnittpunkt zwischen Rheingebiet und Donauraum, stehen dabei Fragen nach dem Angebot von Lebensmitteln und anderen Gütern in der frühkaiserzeitlichen Siedlung im Vordergrund. Hieraus lassen sich Rückschlüsse zu Lebensweise und Identität der römischen bzw. romanisierten Bewohner gegenüber den einheimischen Bevölkerungsgruppen im raetisch-vindelikischen Alpenvorland ableiten.

Das Projekt ist integriert in das Teilprojekt Transalpiner Kulturtransfer. Die Bevölkerung und Nutztiere des raetischen Alpen- und Alpenvorlandes im 1. Jahrhundert n. Chr.“ der DFG-Forschergruppe FOR 1670 „Transalpine Mobilität und Kulturtransfer“. 


Kooperationspartner

Publikationen

  • M. Gschwind, Langweid – eine frühe römische Straßensiedlung an der via Claudia Augusta. Bayerische Archäologie 3, 2015, 30–33.
  • S. Trixl/B. Steidl/J. Peters, Archaeology and zooarchaeology of the late iron age-Roman transition in the province of Raetia (100 B.C. - 100 A.D.). European Journal of Archaeology 20, 2017, 431–450.