Die Ursprünge der Technologien des anatomisch modernen Menschen im nordwestlichen Afrika
  

Jüngste Entdeckungen haben gezeigt, dass der Homo sapiens panafrikanischen Ursprungs ist, was Nordafrika als wichtige Region für die Entwicklung und Verbreitung seiner biologischen und kulturellen Merkmale hervorhebt. Frühe Manifestationen, die eine komplexe kognitive Entwicklung des Homo sapiens in Nordafrika widerspiegeln, sind mit dem Auftreten von Funden der Atérien-Kultur in der Zeit um 150 ka BP verbunden. Funktionelle Untersuchungen von Steinwerkzeugen werden dazu beitragen, die Technoökonomie der der Atérien-Kultur besser zu verstehen.

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Zu den Funden gehören Knochen- und Elfenbeinwerkzeuge, die Überreste verschiedener tierischer, pflanzlicher und mariner Ressourcen sowie von Pigmenten und durchlöcherten Muscheln für symbolische Ausdrucksformen. Durch die Konzentration auf bestimmte Aspekte wie ökologische Anpassungen und technologische Weitergabe innerhalb dieses kulturellen Repertoires, stellen Steinwerkzeuge eine entscheidende Quelle dar, um Rückschlüsse auf die Entstehung und Entwicklung von Verhaltensweisen im Laufe der Zeit zu ziehen. Die Untersuchung der Steinwerkzeugindustrien der Atérien-Kultur aus verschiedenen Regionen Nordafrikas zeigt, dass sie eine erhebliche Variabilität und technologische Flexibilität aufweisen. Die Bedeutung einer solchen Variabilität und Organisation für die Entwicklung menschlicher Verhaltensweisen ist jedoch noch unbekannt. Der Rahmen für die Diskussion solcher Industrien ist immer noch durch den Mangel an detaillierten lithischen Studien im Zusammenhang mit der Analyse von Gebrauchsspuren deutlich begrenzt.

Das Forschungsprojekt soll diese Wissenslücke nun schließen, indem es neue funktionelle Studien über den MSA-Atérien-Kontext liefert, der bis weit in das MIS 5 oder sogar noch früher zurückreicht. Für diese Studien wird ein experimenteller Ansatz für die Analyse von Gebrauchsspuren an lithischen Werkzeugen aus wichtigen Fundstellen der Mittleren Steinzeit in Marokko zum Einsatz kommen.

Die Methodik umfasst

(1) Feldforschung, bei der dasselbe lithische Rohmaterial, das in den vier Fundorten vorhanden ist, aus verschiedenen Quellen beschafft wird,

(2) Experimente, die die Herstellung und Verwendung von Steinwerkzeugen für verschiedene Aufgaben einschließen, und

(3) Laborarbeit, die die mikroskopische Untersuchung sowohl der experimentellen als auch der archäologischen Steinwerkzeuge umfasst, um die Funktion der letzteren zu bestimmen.

Insgesamt zielt diese Arbeit darauf ab zu erörtern, wie Steinwerkzeuge konstruiert und verwendet wurden und wie sie menschliche Entscheidungsprozesse widerspiegeln, die mit verschiedenen Umwelten verbunden sind, einschließlich Anpassungen an die Küste und die Nutzung von Landschaftsressourcen. Sie wird auch einen wichtigen Beitrag zur Debatte über die Ursprünge des Homo sapiens und die Entstehung des so genannten komplexen menschlichen Verhaltens in Afrika leisten.

Förderung

ICArEHB. Interdisciplinary Center for Archaeology and Evolution of Human Behaviour

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