Miliarensis des Magnus Maximus, 383-388 n. Chr.; Foto: RGZM.

Fränkische Silbermünze auf Valentinian III., 425-455 n. Chr.; FO Schwarzrheindorf.

Siliqua des Arcadius, 395-408 n. Chr.; Foto: RGZM.

 

Funde von Silbermünzen in den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches (4.-6. Jh. n. Chr.)

Silber – ob in Form von Münzen, Barren oder Geschirr – spielte eine wesentliche Rolle in der Übergangsphase von der römischen zur germanischen Münzwirtschaft. Dennoch fehlt bis heute ein umfassendes Inventar der Silbermünzfunde, die als archäologische Quelle bisher zu wenig beachtet wurden. Im Rahmen des Projekts ITAM sollen alle Silbermünzen des 4. bis 6. Jahrhunderts n. Chr. aufgenommen werden, die in Frankreich (nördlich der Loire), Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland (westlich des Rheins) zutage kamen. Das erforschte Gebiet entspricht den kontinentalen Nordwestprovinzen des Römischen Reiches.

Das Corpus der Funde soll als elektronischer Katalog erscheinen und über das vom Service de numismatique der Universität Caen Normandie entwickelte Fundmünzen-Portal online gehen. Die Datenbank ist als Werkzeug für weitere Forschungsarbeiten konzipiert: Bilder, Kartierung der Funde bzw. Angaben über den Fundkontext werden vielfältige Untersuchungsmöglichkeiten bieten, um die Kenntnisse über das spätrömische bzw. frühmittelalterliche Silbergeld zu erweitern. Zu selten lassen sich Prägeort, Umlauf und Datierung von vielen fränkischen Silbermünzen, die in rheinländischen merowingischen Gräberfeldern oft vorkommen (z.B. Wölfersheim-Berstadt), ausreichend ermitteln. Mit dem ITAM-Portal soll Vergleichsmaterial aus älteren und neueren Funden zugänglich gemacht werden, um eine präzise Bestimmung der einzelnen Münzen zu ermöglichen.

Das Silbergeld im Übergang der Antike zum Frühmittelalter wurde im internationalen Kolloquium „Argentum Romanorum sive Barbarorum“ bereits thematisiert, das im Oktober 2017 an der Universität Caen Normandie stattfand und von Centre Michel de Boüard-CRAHAM und dem RGZM organisiert wurde (Publikation der Akten in der Reihe „RGZM Tagungen“ in Vorbereitung). Beide Institutionen, die 2016 einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben, arbeiten eng zusammen in der Forschung und Weiterbildung im Fach der Numismatik.

Das Projekt ITAM wird von der Region Normandie (Réseaux d’Intérêts Normands) unterstützt.