Die Orientierung keltischer Fürstengrabhügel richtet sich nach den Mondzyklen (Foto und Grafik: A. Mees / RGZM).

 

Kulturelle Astronomie
  

In der Archäologie führt die kulturelle Astronomie direkt zu den Ideen und Konzepten der damaligen Welt, mit denen der Mensch Zeit und Raum um sich herum geordnet hat. Dies geschah nicht nur in den schriftlichen Kulturen, sondern auch in der schriftlosen Kultur der Kelten. Dank des römischen Feldherrn Iulius Cäsar, der als Pontifex Maximus auch für das Kalenderwesen des Römischen Reiches zuständig war, sind wir über die umfangreichen astronomischen Kenntnisse seiner keltischen Gegner gut informiert.

Das astronomische Wissen der Kelten manifestiert sich nicht nur in den hochkomplizierten keltischen Kalendern vom Typ Coligny, sondern drückt sich auch in der Gestaltung von Grabtumuli im gesamten keltischen Gebiet aus. Dabei spielen vor allem die Mondorientierungen eine große Rolle.

Das Forschungsanliegen befasst sich mit der Frage, inwieweit das komplexe astronomische Wissen der Kelten über die Mondzyklen eine eigene Entwicklung war bzw. welches astronomische Wissen aus den mediterranen Kulturen einen Einfluss auf die keltischen Vorstellungen hatte.


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