Neuerscheinung zu frühmittelalterlichen Gräbern mit Schmiedewerkzeugen

Die Sitte, einem Verstorbenen Werkzeuge zur Metallbearbeitung mit ins Grab zu geben, begegnet uns bereits bei kupferzeitlichen Bestattungen. Doch handelte es sich bei den Toten tatsächlich um Schmiede, die mit ihren Gerätschaften begraben wurden? Und was war die symbolische Bedeutung dieser Beigaben? Diesen Fragen widmet sich Autor Bendeguz Tobias in unserer neuesten Monographie. Neben den ausführlichen Analysen der bedeutendsten frühgeschichtlichen Grabkomplexe mit Schmiedegeräten, formuliert er gut begründete Hypothesen zu Fragen des kulturellen und sozialen Umfelds und der Stellung des Bestatteten, zur Symbolik der Objekte sowie zum Stand der Technologie, welchen die Geräte repräsentieren.

Buchdaten

Bendeguz Tobias

Frühmittelalterliche Gräber mit Beigabe von Werkzeugen zur Metallbearbeitung

Monographien des RGZM, Band 153
1. Auflage 2021, 2 Teile, insgesamt 770 Seiten mit 62 Abbildungen und 314 Tafeln, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-330-0
€ 129,– |  Erhältlich über unseren Vertriebspartner Schnell + Steiner 

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Die Sitte, Werkzeuge zur Metallbearbeitung einem Verstorbenen mit ins Grab zu geben, ist bereits seit der Kupferzeit bekannt und in Europa, Asien und Afrika weitverbreitet. Der vorliegende Band versucht, diese Praktik nachzuzeichnen und dabei die geistige Kultur der jeweiligen Epoche mitzuberücksichtigen. Das Bild der archäologischen Hinterlassenschaft wird durch schriftliche und bildliche Quellen vervollständigt. So wird letztendlich versucht, den Beweggründen nachzuspüren, warum man über einen sehr langen Zeitraum, von der Kupferzeit bis zum Mittelalter, in Gräbern immer wieder Geräte zur Metallbearbeitung deponiert hat.

Die Arbeit gibt einen Überblick von der Kupferzeit bis ins Mittelalter zu allen Gräbern, in denen Schmiedewerkzeuge gefunden wurden. Einige ausgewählte Beispiele aus dem frühen Mittelalter werden in Einzelstudien eingehender behandelt. Allen voran soll hier das Schmiedegrab von Kunszentmárton in Ungarn erwähnt werden, das am Römisch-Germanischen Zentralmuseum restauriert und chemisch untersucht wurde. Diese gezielte Analyse etwa der Pressblechmodel und der byzantinischen Gewichte erbrachte neue Erkenntnisse zur chemischen Zusammensetzung und Verwendung dieser Werkzeuge.

Im Gegensatz zu vielen früheren Arbeiten, die beigelegte Schmiedewerkzeuge als Zeichen für den Beruf des Verstorbenen sahen, wird hier nach anderen Erklärungsmöglichkeiten gesucht. Neben den archäologischen Befunden bieten epigraphische, ikonographische, urkundliche und historische Quellen die Grundlagen für eine neue Interpretation.