Restaurierung und Archäologie  

Hämmern, Feilen, Glühen – Die Freilegung von Tauschierungen im 19. Jahrhundert

Jahrgang 9/2016: Artikel von Sandra Kaiser

Zusammenfassung

Der Artikel beschäftigt sich mit Freilegungsmethoden von tauschierten archäologischen Eisenobjekten im 19. Jahrhundert. Im Zentrum stehen die Methoden, die vor dem Erscheinen der ersten Handbücher gegen Ende des Jahrhunderts Verwendung fanden. Es kann eine Entwicklung von rein mechanischen über thermische, chemische und kombinierte Verfahren hin zu elektrolytischen Methoden beobachtet werden. Eine von Ludwig Lindenschmit d. Ä. in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Vorgehensweise, die auf einer Tränkung mit Hausenblase und einer anschließenden mechanischen Freilegung mit Feile und Stichel beruht, erfuhr eine besonders weite Verbreitung in Mitteleuropa.

Summary
Hammering, Filing, Annealing – the Exposure of Damascened Iron Objects in the 19th Century

The article deals with methods of exposing damascened archaeological iron objects in the 19th century. The methods used before the publication of the first manuals towards the end of that century are in the focus. A development from purely mechanical, through thermal, chemical and combined processes to electrolytic methods can be observed. A procedure developed by Ludwig Lindenschmit the Elder in the second half of the 19th century, which was based on an impregnation with fish-glue, followed by a mechanical exposure by means of a file and a burin, became particularly widespread in Central Europe.