Presseinformation | 21. Mai 2021 

Buchcover (Ausschnitt): Béla Miklós Szőke, Die Karolingerzeit in Pannonien. Monographien des RGZM, Band 145 (Mainz 2021).

Buchcover: Béla Miklós Szőke, Die Karolingerzeit in Pannonien. Monographien des RGZM, Band 145 (Mainz 2021).



Karolingerzeit in Pannonien

Mainz. Die neueste Publikation aus dem Verlag des RGZM geht detailliert auf eine bisher überhaupt nicht oder nur kaum bekannte Periode des Karpatenbeckens ein: die östliche Expansion des Karolingerreiches. Béla Miklós Szőke rekapituliert in dieser umfangreichen Monographie die zahlreichen schriftlichen Quellen, diskutiert die gängigen Ansichten/Interpretationen und formuliert eigene historische Hypothesen. Natürlich präsentiert er ausführlich die archäologischen Ergebnisse seiner Forschungen und berichtet über die Erkenntnisse, welche die Archäologie mit ihren zahlreichen Nachbardisziplinen zu den Lebensumständen sowie den sozialen und kulturellen Entwicklungen der Gesellschaft in dem karolingischen Ostland erzielt hat.

Buchdaten

Béla Miklós Szőke

Die Karolingerzeit in Pannonien

Monographien des RGZM, Band 145
1. Auflage 2021, 512 Seiten mit 107 meist farbigen Abbildungen, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-308-9
€ 99,– [D]

Inhalt

→ Inhaltsverzeichnis

Pannonia, die neue östliche Provinz des Karolingerreiches, umfasste den Großteil Transdanubiens und des Save-Drau-Zwischenstromlandes, wo sich ab der Mitte des 9. Jahrhunderts kleinere Grafschaften etablierten. Die bekannteste unter ihnen war die Grafschaft in Unterpannonien mit dem Zentrum Mosaburg, das Priwina und sein Sohn Chezil ab den 840er Jahren in Zalavár-Vársziget (Burginsel) ausbauten. In Unterpannonien, das zum Missionssprengel des Salzburger Erzbistums gehörte, wurden zwischen 840 und 870 bis zu 30 Kirchen errichtet, von denen heute bereits fünf als archäologisch identifiziert gelten. Konstantin (Kyrill) und sein Bruder, der zum Erzbischof Pannoniens ernannte Method, waren kurz in Mosaburg tätig. Ende der 880er Jahre stand hier eine Königspfalz Arnolfs von Kärnten, des ostfränkischen Königs. Er überließ Mosaburg 896 Herzog Braslav, der die Siedlung mit einer starken Wallkonstruktion umgab.

Den seit über 70 Jahren fortwährenden Ausgrabungen ist zu verdanken, dass wir heute über ein zuverlässiges Bild der Siedlungsgeschichte, der Bau- und Kunstdenkmäler, der gesellschaftlichen Hierarchie, der ethnischen Zusammensetzung und der kulturellen Verbindungen der Mosaburger Grafschaft verfügen.

Pressekontakt

Ebru Esmen
Tel.: 06131 / 9124-165, E-Mail: presse(at)rgzm.de 
    

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM), Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Derzeit richtet das RGZM seine Forschung neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.