Presseinformation | 10. August 2021 

Buchcover (Ausschnitt): S. Wenzel, Behausungen im Späten Jungpaläolithikum und im Mesolithikum in Nord-, Mittel- und Westeuropa. Monographien des RGZM, Band 81 (Mainz 2009 - open access 2021).

Buchcover: S. Wenzel, Behausungen im Späten Jungpaläolithikum und im Mesolithikum in Nord-, Mittel- und Westeuropa. Monographien des RGZM, Band 81 (Mainz 2009 - open access 2021).



Neu im open access: Studien zu Behausungen im Späten Jungpaläolithikum und Mesolithikum

Mainz. Wo Jäger und Sammler vor 17000-7000 Jahren ihr Lager aufschlugen, blieben meist viele Steinartefakte und Herdsteine zurück. Feste Wohnbauten fanden Archäolog:innen bei europäischen Fundplätzen bisher nur sehr selten. Um in der Verteilung der Steinabfälle Hinweise auf Zeltwände zu suchen, hat Dr. Stefan Wenzel sechs Fundkonzentrationen aus Belgien, Frankreich den Niederlanden und Deutschland genau untersucht. Als Ergebnis konnte er nicht nur auf den Grundriss der Behausungen schließen, sondern sogar Arbeitsbereiche rekonstruieren, die Aussagen zur Organisation der jeweiligen lokalen Gruppen erlauben. Die ursprünglich 2009 erschienene Monographie ist ab sofort open access auf Propylaeum eBOOKs.

Buchdaten

Stefan Wenzel
Behausungen im Späten Jungpaläolithikum und im Mesolithikum in Nord-, Mittel- und Westeuropa
Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Band 81
1. Auflage 2009, 173 Seiten, 150 Abbildungen, 4 Farbtafeln, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-136-8

Printausgabe € 35,–  |  erhältlich bei unserem Vertriebspartner Schnell + Steiner
Open Access (Propylaeum eBOOKs): https://doi.org/10.11588/propylaeum.909 

Inhalt

Wo in der Zeit von 15000-5000 v. Chr. Jäger und Sammler in den Steppen und Wäldern Europas ihr Lager aufschlugen, blieben meist in großer Zahl Steinartefakte und Herdsteine zurück. Nur selten aber sind Wohnbauten anhand von erhaltenen Konstruktionselementen direkt nachweisbar.

In diesem Buch werden sechs Fundkonzentrationen daraufhin untersucht, ob es Indizien dafür gibt, daß ehemals Zeltwände einer diffusen Verteilung der Steinabfälle nach außen hin als Hindernis im Weg standen: Orp Ost und Rekem 10 in Belgien, Cepoy im Pariser Becken, Geldrop 3-2 in den südlichen Niederlanden, Berlin-Tegel IX sowie Hartmannsdorf 26 in Brandenburg. Bei diesen Siedlungsstrukturen wie bei den zum Vergleich herangezogenen Wohnbauten und nicht überdachten Lagerplätzen dieses Zeitabschnitts lassen sich ferner Arbeitsbereiche rekonstruieren, die Aussagen zur Organisation der jeweiligen lokalen Gruppen erlauben.

---

Where hunter-gatherers camped between 15000-5000 BC in the steppes and forests of Europe, stone artefacts and hearthstones were usually left behind in large numbers. Only rarely, however, are dwellings directly verifiable on the basis of preserved construction elements.

In this book six accumulations of lithic artefacts are examined to see if there are indications that tent walls once surrounded them as an obstacle to a diffuse distribution of the stone debris to the outside: Orp Ost and Rekem 10 in Belgium, Cepoy in the Paris Basin, Geldrop 3-2 in the southern Netherlands, Berlin-Tegel IX, and Hartmannsdorf 26 in Brandenburg. In these settlement structures as well as in the dwellings and unroofed campsites of this period used for comparison, it is also possible to reconstruct work areas that allow to draw conclusions about the organization of the individual local groups.

Pressestelle des RGZM

Ebru Esmen M.A.
presse(at)rgzm.de
  

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) | Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das Römisch-Germanische-Zentralmuseum (RGZM) erforscht als Leibniz-Forschungsinstitut und -museum für Archäologie die materiellen Hinterlassenschaften aus 2,6 Mio. Jahren Menschheitsgeschichte. Ziel ist es, anhand archäologischer Funde und Befunde menschliches Verhalten und Handeln, menschliches Wirken und Denken sowie die Entwicklung und Veränderung von Gesellschaften aufzuzeigen und zu verstehen. Das RGZM ist weltweit tätig und betreibt bislang erfolgreich und umfassend Forschungen in verschiedenen Regionen Afrikas, Asiens und Europas, wobei ein geographischer Schwerpunkt auf Mittel- und Südeuropa sowie dem mediterranen Raum liegt. Die einzigartige Konzentration archäologischer, naturwissenschaftlicher, restauratorischer und informationstechnologischer Kompetenzen verbunden mit bedeutenden Werkstätten, Laboren und Archiven, erlaubt es dabei, objektorientierte Forschung zur Archäologie der Alten Welt (Asien, Afrika, Europa) von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit zu betreiben. In sechs interdisziplinären und zeitübergreifenden Forschungsfeldern werden grundlegende Fragen der Menschheitsgeschichte untersucht, die von der Evolution unseres Verhaltens bis hin zu komplexen gesellschaftlichen Systemen und Mensch-Umwelt-Beziehungen reichen. Der weit größte Teil der Menschheitsgeschichte ist uns nur über materielle Hinterlassenschaften und Spuren menschlicher Aktivität überliefert. Damit stellt dieses Vermächtnis die grundlegende Quelle des Wissens über unsere biologische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung dar.