Presseinformation | 25. Januar 2021 

Ausschnitt des Buchcovers: Horst Wolfgang Böhme, Die spätantiken Gürtel mit kerbschnittverzierten Metallbeschlägen. Studien zu Militärgürteln des 4.-5. Jahrhunderts (Mainz 2020).

Buchcover: Horst Wolfgang Böhme, Die spätantiken Gürtel mit kerbschnittverzierten Metallbeschlägen. Studien zu Militärgürteln des 4.-5. Jahrhunderts (Mainz 2020).



Neuerscheinung zu spätantiken Militärgürteln

Mainz. Kleinformatige Schnallen und Beschläge verraten etwas über die Struktur und Wirksamkeit des spätrömischen Militärwesens. Im neuesten Band der Reihe "Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer" analysiert Horst Wolfgang Böhme eingehend die kerbschnittverzierten Gürtelbeschläge und bestätigt deren Funktion als repräsentative und symbolträchtige spätrömische Militärgürtel! Diese »Kerbschnittgürtel« waren im Weströmischen Reich weitverbreitet: Dies ist einerseits auf Truppenverlegungen und die besondere Mobilität von Heeresverbänden zurückzuführen, andererseits auf Kriegsveteranen, die nach ihrem Dienst die Stücke mit in ihre Heimatorte nahmen!

Buchdaten

Horst Wolfgang Böhme
Die spätantiken Gürtel mit kerbschnittverzierten Metallbeschlägen.
Studien zu Militärgürteln des 4.-5. Jahrhunderts

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 50
1. Auflage 2020, 250 Seiten mit 77 Abb. und 12 Karten, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-335-5
ISSN 0076-275X
64,– €  |  erhältlich über unseren Vertriebspartner Schnell + Steiner

zum Inhalt

Die eingehende Analyse der in den letzten Jahren stark angewachsenen Zahl der kerbschnittverzierten Gürtelbeschläge bestätigt deren Funktion als repräsentative und symbolträchtige spätrömische Militärgürtel, die offensichtlich zur Zeit Kaiser Valentinians I. in Gallien speziell für Elitetruppen des Feldheeres eigens neu entworfen wurden, sich in abgewandelter Form bis ins erste Drittel des 5. Jahrhunderts gehalten haben und vor allem bei Militärstandorten im Landesinneren sowie entlang der Reichsgrenze zu finden sind. Durch Truppenverlegungen und die besondere Mobilität von Heeresverbänden im ausgehenden 4. und beginnenden 5. Jahrhundert verbreiteten sich die »Kerbschnittgürtel« in viele entlegene, auch grenzferne Regionen des Weströmischen Reiches. Aus der Armee ausgeschiedene Veteranen brachten diese regulären Militärgürtel mit in ihre jeweiligen Heimatorte, wo sie häufig als Grabbeigaben dienten. Kerbschnittverzierte Schnallen und Beschläge sowie deren spätere Nachfolger als wichtige archäologische Zeugnisse des spätrömischen Militärwesens geben dank ihrer geplanten Gestaltung und ihres gelenkten Wandels Auskunft über die Struktur und Wirksamkeit der spätantiken Armee bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts. 

 

Pressekontakt

Ebru Esmen
Tel.: 06131 / 9124-165, E-Mail: presse(at)rgzm.de 
    

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM), Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Derzeit richtet das RGZM seine Forschung neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.