Pressemitteilung | 18. Juni 2018 

Preisträgerin Sasja van der Vaart-Verschhoof (Universität Leiden) im Kreise der Jury; Foto: M.Thorel/Stadt Roanne.

Europäischer Archäologiepreis in Roanne; Foto: M.Thorel/ Stadt Roanne.

Die Verkündung der Preisträgerin; Foto: A. Maillier/ Bibracte.


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Preisträgerin des „Prix Européen d’Archéologie Joseph Déchelette“ in Roanne steht fest

Mainz/Roanne. Der mit 10.000 Euro dotierte „Prix Européen d’Archéologie Joseph Déchelette“ ist am 15. Juni 2018 in Roanne (Frankreich) an Sasja van der Vaart-Verschhoof (Universität Leiden) verliehen worden. Sie erhielt den europäischen Nachwuchspreis aufgrund ihrer herausragenden Doktorarbeit zu eisenzeitlichen Gräbern aus den Niederlanden. Als Mitglied der internationalen Kommission garantiert ihr das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) zu weiteren Forschungszwecken einen Aufenthalt im Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in Mainz.

Neben der materiellen Unterstützung, an dem das RGZM mit 2000 Euro beteiligt ist, fördert das Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie die Erstplatzierten mit einem Monat Aufenthalt in Mainz, mit der Nutzung der umfangreichen Bibliothek sowie mit dem Zugang zur hauseigenen Sammlung, die seit der Mitte des 19 Jahrhunderts aufgebaut wird.

Dr. Sasja van der Vaart-Verschoof konnte sich unter 36 Kandidaten durchsetzen. „Mit dem Dissertationsthema ‚Constructing Powerful Identities. The conception and meaning of ‘rich’ Hallstatt burials in the Low Countries (800-500 BC)‘ überzeugte die Preisträgerin die Jury. Diese bewertete die Doktorarbeit unter anderem nach Kriterien der Originalität, Qualität und Relevanz. Weiter hat ihr international ausgerichtetes Projekt überzeugt, das sie auch in das Rhein-Main-Gebiet für weitere Forschungen führen wird“ so Martin Schönfelder, der im Aufrag des RGZM die Kandidaten begutachtet hatte.

In Kooperation mit dem französischen Kulturministerium, dem Forschungszentrum von Bibracte der Association Joseph Déchelette und weiteren Museen hat das RGZM den Promotionspreis "Prix Déchelette" im Jahr 2015 eingerichtet. Zur Unterstützung für die nächsten Karriereschritte von jungen Forscher/-innen ist dieser internationale Forschungspreis in der Archäologie einmalig. Benannt wurde er nach dem französischen Archäologen Joseph Déchelette, der im 1. Weltkrieg im Kampf gegen Deutschland gefallen ist und als Wegbereiter der französischen Archäologie gilt. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Joseph Déchelette (1862-1914) setzte mit seiner Forschung zu römischer Keramik und zur Vorgeschichte Meilensteine in der archäologischen Forschung. Die „Association Joseph Déchelette“, gegründet 2010, hält die Erinnerung an diesen Wissenschaftler und Wegbereiter der Archäologie lebendig. Déchelette war dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz besonders verbunden: Gemeinsam mit dem Musée Déchelette in Roanne widmete das RGZM 2015 der Entstehung dieser gemeinsamen Deutsch-Französischen Forschungstradition eine kleine Präsentation in den Räumen der Abteilung Römerzeit im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz.

 

Weitere Partner für die Verleihung des Europäischen Archäologiepreis Joseph Déchelette 2018 sind:

  • Ministère de la culture et de la communication;
  • Stadt Roanne / musée Joseph-Déchelette, Roanne;
  • Société des Amis du Musée Joseph Déchelette et de la Médiathèque de Roanne (A2MR);
  • Bibracte EPCC;
  • Laténium, parc et musée d’archéologie, institution de la République et Canton de Neuchâtel, Suisse;
  • Association pour les recherches sur l’âge du Bronze (APRAB);
  • Association française pour l’étude de l’âge du Fer (AFEAF);
  • European Association of Archaeologists;
  • Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM).

 

Weiterführende Links:

Der Blog zum Europäischen Archäologiepreises Joseph Déchelette:

https://dechelette.hypotheses.org


Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Martin Schönfelder

Tel.: +49 (0) 6131 / 9124-266  |  Mail: schoenfelder@rgzm.de


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Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) | Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Derzeit richtet das RGZM seine Forschung neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.