Pressemitteilung | 18. Februar 2022 (Staatstheater Mainz/RGZM) 

Das Staatstheater Mainz ist zu Gast im neuen Leibniz-Zentrum für Archäologie. Intendant Markus Müller und Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des RGZM (Foto: Staatstheater Mainz, Andreas Etter).

Das Staatstheater Mainz ist zu Gast im neuen Leibniz-Zentrum für Archäologie. Intendant Markus Müller und Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des RGZM (Foto: Staatstheater Mainz, Andreas Etter).

Wolfgang Menardi führt Regie und hat das Bühnenbild für das von Efthymis Filippou geschriebene Schauspiel entworfen (Foto: Staatstheater Mainz, Andreas Etter).


Pressemitteilung (PDF)


Schauspielpremiere im noch unberührten Museum: Staatstheater Mainz bespielt zukünftiges Leibniz-Zentrum für Archäologie

Mainz. Theater im Museum, Schauspiel im noch unberührten Raum – eine künstlerische Allianz des Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) und des Staatstheater Mainz eröffnet neue Perspektiven: Ab dem 13. März ist im Leibniz-Zentrum für Archäologie das Schauspiel Rob zu erleben. Bei einem Pressetermin vor Ort stellten Frau Univ.-Professorin Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des RGZM, und Markus Müller, Intendant des Staatstheater Mainz, die Kooperation vor.

Rob heißt das Stück des griechischen Theaterautors Efthymis Filippou, das die ersten Gäste im Leibniz-Zentrum für Archäologie erleben werden. Der Regisseur dieses Schauspiels, Wolfgang Menardi, ist zugleich Bühnenbildner. Das ergibt ästhetisch und inhaltlich Sinn, da es schließlich gilt, einen gänzlich neuen Ort für eine Zeit lang zu einem Spielort zu machen, die Umgebung und die Atmosphäre des Raums konzeptionell stark mitzudenken und auf die Gegebenheiten einzugehen.

Alexandra W. Busch unterstrich beim Pressegespräch: „Wir freuen uns sehr, dass das Staatstheater zu Gast in unserem zukünftigen neuen Instituts- und Museumsbau ist und dieses wunderbare Gebäude bereits vor unserem Umzug zum Leben erweckt. So wird unsere Kooperation, die mit der ,Heimat-Ausstellung‘ 2019 im Kleinen Haus des Staatstheaters begann, nun hier mit gleich zwei Premieren fortgeführt.“

Das Stück selbst spiegelt ein starkes Leitmotiv wider, das Museumskultur und das Spiel im Theater bei aller Unterschiedlichkeit miteinander verbindet: Es geht um die Interpretation von Vergangenheit und die zuweilen verwirrende Vielfalt von Erinnerungen, anhand derer wir versuchen, uns im Rückblick ein einheitliches Bild eines Menschen (einer Gesellschaft, einer Begebenheit) zusammenzusetzen. Wechselnde Perspektiven, persönliche Färbungen, kritische Reflexion von Zeugenschaft und Projektionen sind Themen in der Kunst ebenso wie in Wissenschaft und Forschung – ebenso wie die stets relevante Frage nach den Auswirkungen auf uns im Hier und Jetzt.

Rob erzählt von einer obskuren Gemeinschaft, die sich zusammengefunden hat, um in einer nicht weniger obskuren Zeremonie eines toten Serienmörders zu gedenken: eben Rob. Er selbst kann nicht mehr in Erscheinung treten und wird dennoch lebendig durch die Erzählungen und Erinnerungen seiner Familie, seiner Bewunderer, seiner Opfer und anderer Zeug*innen seines Lebens. In vielen Fragmenten setzt sich ein schillerndes Bild zusammen über einen, der viele Widersprüche in sich zu vereinen scheint: ein monströser Killer und ein Liebhaber des Schönen und Guten, ein angebeteter Guru, ein Held und Mythos und ein Sündenbock für all das Böse in der Welt. Ausgehend vom Fall des italienischen Serienmörders Roberto Succo in den 80er Jahren und dessen dramatischer Bearbeitung von Bernard-Marie Koltès aus dem Jahr 1990 hat Efthymis Filippou einen absurden, abgründigen und zugleich urkomischen Theatertext geschrieben, verstörend und fesselnd zugleich.

Seit einigen Wochen nun probt das Ensemble des Staatstheaters im Leibniz-Zentrum für Archäologie, das künstlerische Team, die Schauspieler*innen sowie die Bühnentechnik und die Gewerke von Maske über Kostüm bis Requisite sind täglich an ihrem neuen Wirkungsort. Mit freudiger Spannung erwarten alle die Premiere am 13. März im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz.

„Wir haben schon an vielen ungewöhnlichen Orten gespielt, denn es gehört zu unserem Theaterverständnis, die eigenen Bühnen gelegentlich zu verlassen und neue  Spielorte zu entdecken“, betont Markus Müller, „dass wir aber jetzt diesen aufregenden Raum im LeibnizZentrum für Archäologie mit unserem Spiel erobern dürfen, ist auch für uns ein sehr besonderes Erlebnis! Ich bedanke mich von Herzen bei allen Verantwortlichen und Mitwirkenden für die große Offenheit und Unterstützung.“

Weitere gemeinsame Projekte sind in Planung, auf das Schauspiel wird ein Musiktheater folgen - man darf also gespannt sein, was ein musikalisch-szenischer Zugriff auf den neuen Raum mit sich bringt.

Die Karten für Rob sind bereits im Vorverkauf. Und so sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen zu

Rob
Schauspiel von Efthymis Filippou
Premiere am 13. März 2022 um 19.30 Uhr
im Leibniz-Zentrum für Archäologie, Neutorstr. 2, 55116 Mainz

Weitere Spieltermine: 15., 17., 18., 24. und 28. März
sowie 2., 3., 12., 16. und 23. April

Inszenierung und Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Jelena Miletic
Dramaturgie: Lucia Kramer
Musik: Daniel Nerlich
Licht: Frederik Wollek

Es spielen: Simon Braunboeck, Leandra Enders, Vincent
Doddema, Julian von Hansemann, Carlotta Hein, Denis
Larisch, Johannes Schmidt, Andrea Quirbach, Kruna
Savić, Hannah von Peinen

Pressestelle des Staatstheaters Mainz

Sylvia Fritzinger
Leiterin Kommunikation
06131 / 2851-240
sfritzinger@staatstheater-mainz.de

Pressestelle des RGZM

Annette Boegl
Leiterin Kommunikation
0160 / 58 88 062
presse(at)rgzm.de

Römisch-Germanisches Zentralmuseum | Leibniz-Institut für Archäologie

Das Römisch-Germanische-Zentralmuseum (RGZM) erforscht als Leibniz-Forschungsinstitut und -museum für Archäologie die materiellen Hinterlassenschaften aus 2,6 Mio. Jahren Menschheitsgeschichte. Ziel ist es, anhand archäologischer Funde und Befunde menschliches Verhalten und Handeln, menschliches Wirken und Denken sowie die Entwicklung und Veränderung von Gesellschaften aufzuzeigen und zu verstehen. Das RGZM ist weltweit tätig und betreibt bislang erfolgreich und umfassend Forschungen in verschiedenen Regionen Afrikas, Asiens und Europas, wobei ein geographischer Schwerpunkt auf Mittel- und Südeuropa sowie dem mediterranen Raum liegt. Die einzigartige Konzentration archäologischer, naturwissenschaftlicher, restauratorischer und informationstechnologischer Kompetenzen verbunden mit bedeutenden Werkstätten, Laboren und Archiven, erlaubt es dabei, objektorientierte Forschung zur Archäologie der Alten Welt (Asien, Afrika, Europa) von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit zu betreiben. In fünf interdisziplinären und zeitübergreifenden Forschungsfeldern werden grundlegende Fragen der Menschheitsgeschichte untersucht, die von der Evolution unseres Verhaltens bis hin zu komplexen gesellschaftlichen Systemen und Mensch-Umwelt-Beziehungen reichen. Der weit größte Teil der Menschheitsgeschichte ist uns nur über materielle Hinterlassenschaften und Spuren menschlicher Aktivität überliefert. Damit stellt dieses Vermächtnis die grundlegende Quelle des Wissens über unsere biologische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung dar. www.rgzm.de