Pressemitteilung | 28. September 2022 

Übergabe des symbolischen Schlüssels für das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) v.l.n.r.: Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen, Oberbürgermeister Michael Ebling, Administrativer Direktor des RGZM Heinrich Baßler, Generaldirektorin Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch, Wissenschaftsminister Clemens Hoch, LBB Geschäftsführer Holger Basten. Foto: RGZM / R. Müller


Pressemitteilung (PDF)
Pressebilder (Cloud-Link)


Schlüsselübergabe am Leibniz-Zentrum für Archäologie Römisch-Germanisches Zentralmuseum ändert zum 1.1.2023 seinen Namen

Mainz. Seit 170 Jahren im Kurfürstlichen Schloss in Mainz beheimatet, schlägt das Römisch-Germanische Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) nun ein völlig neues Kapitel in seiner Geschichte auf: Nach rund sieben Jahren Bauzeit ist der markante Neubau, der zukünftig als Hauptsitz des Leibniz-Forschungsmuseums in Mainz archäologische Spitzenforschung und ein Museum unter seinem Dach vereinen wird, fertig gestellt. Heute fand die feierliche Schlüsselübergabe für das neue Leibniz-Zentrum für Archäologie statt. Vor zahlreichen Gästen überreichte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB), Holger Basten, der zukünftigen Hausherrin und Generaldirektorin des RGZM, Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch, den symbolischen Schlüssel. Ebenfalls bei der Übergabe anwesend waren der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch sowie der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling. Rund 60 Mio. Euro investierten das Land Rheinland-Pfalz, die Landeshauptstadt Mainz und der Bund in den neuen Standort. Dieser Schritt in die Zukunft wird zudem durch einen Namenswechsel unterstrichen, der die breite Ausrichtung des weltweit tätigen archäologischen Forschungsmuseums der Leibniz-Gemeinschaft treffender und vollumfänglicher abbilden soll. Zum 1.1.2023 wird sich das RGZM in Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) umbenennen.

„Mit dem Neubau des RGZM schreiben wir Geschichte fort. Die Geschichte der Forschung, des Museums aber auch der Stadt Mainz. Gemeinsam mit dem Bund und der Stadt haben wir rund 60 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des zukünftigen Leibniz-Zentrums bereitgestellt. Damit stellen wir unsere Forschung im Land auf eine breitere Basis. Der Neubau hat das Ziel, als Magnet für Besucherinnen und Besucher zu wirken. Er bietet Platz zum Forschen, Verweilen und Entdecken. Ich bin überzeugt, dass die neuen Räumlichkeiten zum Renommee des künftigen LEIZA beitragen werden und ein neuer Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglicht wird“, so Bau- und Finanzministerin Doris Ahnen.

Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des RGZM, bedankte sich beim Land Rheinland-Pfalz und dem Bund sowie bei der Landeshauptstadt Mainz für die Finanzierung und Realisierung des Großprojektes. „Es ist ein ganz besonderer Moment nun diesen symbolischen Schlüssel in Händen zu halten und damit im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Tür in unserer langjährigen Institutsgeschichte zu öffnen. Der Bezug und die Inbetriebnahme dieses phantastischen Baus ist ein Meilenstein für unsere Einrichtung und grundlegend für die Umsetzung unserer Agenda. Er schafft optimale Voraussetzungen für Wissenschaft und Dialog, d.h. für unsere Arbeit als Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. “

Sie erläuterte, dass mit dem Bezug des Neubaus auch die Umbenennung der Einrichtung erfolgen würde. Da sich das Forschungsprofil des RGZM im Laufe seiner 170-jährigen Geschichte substanziell weiterentwickelt habe und der Name „Römisch-Germanisches Zentralmuseum“ nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Spektrums benenne und mittlerweile weder die Bandbreite der Forschung der Institution, noch den Umstand abbilde, dass es sich um ein Leibniz-Forschungsmuseum mit mehreren Forschungsstandorten, Speziallaboratorien und Museen handele, sei dieser Schritt logisch und konsequent.

Das RGZM ist mit seiner breit aufgestellten archäologischen Forschung, seinen weltbekannten Restaurierungslaboren, seiner einzigartigen Sammlung und der großen Fachbibliothek ein Ort exzellenter archäologischer Wissenschaft. An den drei Standorten in Mayen, Monrepos und Mainz werden in zeit- und raumübergreifenden Forschungsfeldern grundlegende Fragen aus mehr als 3 Millionen Jahren Menschheitsgeschichte untersucht, die von der Evolution unseres Verhaltens bis hin zu komplexen gesellschaftlichen Systemen und Mensch-Umwelt-Beziehungen reichen. Die einzigartige Konzentration archäologischer, naturwissenschaftlicher, restauratorischer und informationstechnologischer Kompetenzen verbunden mit bedeutenden Laboren und Archiven, erlaube es dabei, wesentliche Erkenntnisse zur Entwicklung von Mensch und Gesellschaft zu generieren und diese über seine Museen und Transferformate unserer Gesellschaft zugänglich zu machen.

„Wir möchten, dass der Name unserer Einrichtung die besondere Bandbreite und einzigartige Kombination von fachlicher Expertise, Infrastrukturen und musealem Transfer wie auch unsere Zugehörigkeit zur Leibniz-Gemeinschaft angemessen abbildet. Zum 1.1.2023 werden wir uns deshalb in Leibniz-Zentrum für Archäologie, kurz LEIZA, umbenennen,“ verkündete Busch.

Wissenschaftsminister Clemens Hoch betonte, dass mit der heute stattfindenden Schlüsselübergabe das RGZM ein Gebäude erhalte, welches seine Möglichkeiten in allen Dimensionen verbessere: „Es gibt bessere räumliche Bedingungen für die Forschung, für die umfangreiche Sammlung und die unverzichtbaren Werkstätten und es gibt – und das ist vielleicht die größte Verbesserung – erstmals speziell für den Zweck errichtete Räumlichkeiten für Ausstellungen und Wissensvermittlung. Der Neubau wird das RGZM daher nicht nur als Forschungseinrichtung, sondern gerade auch als Einrichtung der Wissenschaftskommunikation weiter stärken. Dies wird auf den gesamten Forschungsstandort Rheinland-Pfalz ausstrahlen und weit darüber hinaus.“

Holger Basten, Geschäftsführer LBB erläuterte: „Auf Grundlage eines Architekturwettbewerbs wurde ein Projekt realisiert, das funktional, gestalterisch und städtebaulich von hoher Qualität ist. Im Gebäude sind die unterschiedlichsten Nutzungen von Werkstätten über Labore bis hin zu Ausstellungs- und Veranstaltungsbereichen optimal organisiert. Die Ziegelfassade mit den verglasten Ein- und Ausblicken ist architektonisch gelungen. Und nicht zuletzt ist das neue Leibniz-Zentrum für Archäologie städtebaulich prägend sowohl im südlichen Auftakt der Rheinstraße als auch mit der Anbindung an die Altstadt. Auch die gegen Ende des Projektverlaufs hin zunehmenden baulichen Herausforderungen haben alle Projektbeteiligten gemeinsam erfolgreich gemeistert“, zieht Basten Bilanz.

Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, sagte: „Unser RGZM hat ein neues Zuhause. Ein würdiges, großes und den modernen Ansprüchen an Forschung, Lehre und Museum gerecht werdendes Zuhause. Nun stehen unserem bedeutenden Museum insgesamt über 14.500 Quadratmeter Nutzungsfläche zur Verfügung, inklusive Vortragssaal und Platz vor dem Gebäude für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und mit den Mainzerinnen und Mainzern. Unsere südliche Altstadt gewinnt dadurch an Aufmerksamkeit und Attraktivität, darüber freue ich mich besonders. Für den Einzug in die neuen Räumlichkeiten wünsche ich dem Team des neuen Leibniz-Zentrums für Archäologie alles Gute und vor allem ein ruhiges Händchen.“

Pressematerialien

Die Pressemitteilung sowie Hintergrundinformationen zum Gebäude und Bilder finden Sie in unserer Cloud:
seafile.rlp.net/d/953e91bcc5944464bd24/

Pressekontakte

Pressestelle des Römisch-Germanischen Zentralmuseums
Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie 

Annette Boegl M.A.

mobil: +49 (0) 160 58 88 062
E-Mail: annette.boegl(at)rgzm.de

Ministerium der Finanzen

Ann-Kathrin Tauber

Telefon: +49 6131 16-4287
E-Mail: ann-kathrin.tauber(at)fm.rlp.de 

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) | Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das RGZM erforscht als Leibniz-Forschungsinstitut und -museum für Archäologie die materiellen Hinterlassenschaften aus 2,6 Mio. Jahren Menschheitsgeschichte. Ziel ist es, anhand archäologischer Funde und Befunde menschliches Verhalten und Handeln, menschliches Wirken und Denken sowie die Entwicklung und Veränderung von Gesellschaften aufzuzeigen und zu verstehen. Das RGZM ist weltweit tätig und betreibt bislang erfolgreich und umfassend Forschungen in verschiedenen Regionen Afrikas, Asiens und Europas, wobei ein geographischer Schwerpunkt auf Mittel- und Südeuropa sowie dem mediterranen Raum liegt. Die einzigartige Konzentration archäologischer, naturwissenschaftlicher, restauratorischer und informationstechnologischer Kompetenzen verbunden mit bedeutenden Werkstätten, Laboren und Archiven, erlaubt es dabei, objektorientierte Forschung zur Archäologie der Alten Welt (Asien, Afrika, Europa) von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit zu betreiben. In sechs interdisziplinären und zeitübergreifenden Forschungsfeldern werden grundlegende Fragen der Menschheitsgeschichte untersucht, die von der Evolution unseres Verhaltens bis hin zu komplexen gesellschaftlichen Systemen und Mensch-Umwelt-Beziehungen reichen. Der weit größte Teil der Menschheitsgeschichte ist uns nur über materielle Hinterlassenschaften und Spuren menschlicher Aktivität überliefert. Damit stellt dieses Vermächtnis die grundlegende Quelle des Wissens über unsere biologische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung dar.